Crash A 320, die Berge haben ihre Ruhe wieder gefunden

Die Bürgermeister von Le Vernet und Prads sowie Einwohner der Umgebung sind erstmals seit der Katastrophe bis auf einige Meter Entfernung zum Absturzort des Germanwings-Airbusses gewandert, wo auch die Sicherheitszone beginnt.
Sie gedachten der Opfer und legten einen bunten Strauß nieder.
Auf You Tube befindet sich darüber ein Video.
Ohne meinen Freund Pierre aus Kanada hätte ich die gesprochenen Worte nur unvollständig ins Deutsche übertragen können, da die Franzosen derart schnell sprechen, sodass sie Wortteile verschlucken und es für den ungeübten Ausländer, wie mich, schwer zu verstehen ist. Er lieferte die englische Übersetzung dazu. Besten Dank, Pierre. (Trotzdem wir uns Mühe gegeben haben, kann nicht ausgeschlossen werden, dass uns Fehler unterlaufen sind.)
Es folgen der Link zum Video mit den entsprechenden Übersetzungen:

Crash A320, la montagne a retrouvé sa quiétude

DEUTSCHE ÜBERSETZUNG

Sprecher:
Seit mehr als sieben Monaten ist dieser kleine Winkel in den Bergen, den die Einheimischen von Le Vernet und Prads lieben, gesperrt. Eine mühselige Kleinarbeit wurde vollbracht. 2000 Hubschraubertouren waren notwendig, um mehr als 800 Tonnen verunreinigte Erde zu transportieren. Das Ziel von Lufthansa wurde erreicht. Die Bewohner finden ihr Gebirge in intaktem Zustand vor, wie das Video zeigt.
Seit dem letzten Oktoberwochenende ist der Zugang ermöglicht. Ungefähr dreißig Einwohner haben den Weg wieder betreten können, der zu jener Zone führt, einen Weg, der innerhalb von 24 Stunden, am Tag nach dem Crash, stabilisiert wurde. Es ist eine Strecke von 2 km. An der Spitze des Zuges befinden sich die beiden Bürgermeister, die einen Strauß bunter Blumen tragen.

(1:23) Der Bürgermeister von Prads, Monsieur Bartolini:
Ja, das ist wichtig, weil das übrigens ein wenig die …, die Ungewissheit nimmt, die die Leute über den Ort vielleicht haben. Dieser Weg wurde gegangen. Sie werden möglicherweise jetzt anders darüber reden und … es ist gut, dass wir gekommen sind und dazu die Bewohner aus anderen Gemeinden eingeladen haben, um das für sich zu realisieren.

(1:45) Der Bürgermeister von Le Vernet, Monsieur Balique:
Ich möchte vor allem die Opfer würdigen, aber auch bei den Einwohnern sein, die erkennen werden, dass nichts verändert wurde, dass die Landschaft der Natur zurückgegeben wurde.

(2:00) Sprecher:
Nach einem Weg von einer halben Stunde kommen die Bewohner schweigend in dem Gebiet der Katastrophe an – wenige Meter vor der Einschlagstelle. Christian Mollet, der schon immer in Le Vernet wohnt, nähert sich dem ihm gut bekannten Wasserlauf »Le Rosay«. Es ist schwer für ihn, seine Emotionen zurückzuhalten.

(2:21) Christan Mollet:
Das ist ergreifend … ergreifend.

(2:28) Sprecher:
Ja, und Sie gehören sicher zu denen, die Sorge hatten, dass ihr Berg zerstört sei.

(2:30) Christan Mollet:
Ja gewiss, ja. Sicher, aber der Berg ist geblieben. Ich sage, die Menschen müssen kommen, um sich zu besinnen. Der Berg tauscht doch nicht seinen Platz.

(2:43) Sprecher:
Was macht das mit Ihnen, dass Sie hierher gekommen sind?

(2:46) Christan Mollet:
Ich bin den Tränen nahe. Weil man sich nicht vorstellen kann, was in wenigen Bruchteilen von Sekunden passiert ist. Es gibt nichts zu sagen. Es ist, wie es ist. Das Gras wird wieder wachsen, alles wird wieder nachwachsen und in einiger Zeit, sieht man nicht mehr … was sich dort ereignet hat. Naja, so ist es eben.

(3:15) Der Bürgermeister von Le Vernet, Monsieur Balique:
Letzten Mittwoch wurde das Baby eines Unfallopfers geboren. Es wird vielleicht 100 Jahre alt. Das reicht sehr weit in die Zukunft, und was jene Menschen angeht, ob es uns gefällt oder nicht, nun, da haben wir Verpflichtungen. Humane Pflichten, das steht nirgendwo …, nirgendwo geschrieben, ist es nicht, aber … eh … und das ist diese …, diese menschliche Pflicht im Umgang mit der Würde der Brüderlichkeit auf globaler Ebene. Ich erinnere Sie, die Opfer kommen aus fünf Kontinenten der Welt, von 22 Nationen. Wir müssen uns ihnen gegenüber würdevoll verhalten. Und der einfachste Weg unsere Haltung zu steuern ist, was hätten wir uns gewünscht, das andere für uns tun, wenn jemand, der uns nahe steht in den Anden, in Tibet, oder im Eis, irgendwo in Grönland mit dem Flugzeug abgestürzt wäre. Was hätten wir von ihnen erwartet? Das ist genau das, was seit dem 24. März unsere Haltung bestimmt.

4:55 Sprecher:
Nach einer Minute des Schweigens im Gedenken an die Opfer kehren die Einwohner mit der festen Gewissheit in ihre Gemeinde zurück, dass ihr Berg seine einstige Ruhe wiedergefunden hat, ein Berg, dessen Einwohner durch das Ereignis zu Wächtern einer Tragödie geworden sind.

(Übersetzung: Pierre Sauvé / Brigitte Voß)

ENGLISCHE ÜBERSETZUNG

Speaker:
For more than seven months this little piece of mountain, dear to the people of Le Vernet and Prads, was forbidden. A real ants work was achieved 2000 helicopter trips were needed to transport more then 800 tonnes of waste. The objective of the Luftansa is reached; the inhabitants can retrieve their mountain intact, as we can see in these images.Since last weekend of October, access is again possible. Thirty residents were able to again walk the path leading to the area, an area stabilized within 24 hours, just after the day of the crash.A 2 km walk in procession headed by both mayors carrying a multicolored bouquet of flowers.

(1:23) The mayor of Prads, Monsieur Bartolini:
Yes it is important because it also removes a bit of uncertainty … the people may have about the place, the way it was done. The people will probably talk about it differently now … it’s good that we came and that we invited people from other towns to come and realize by themselves.

(1:45) The mayor of Le Vernet, Monsieur Balique:
I believed, to first give a tribute to the victims, and also for people of the town come and to see, that nothing has changed, that the site is returned to its natural state.

(2:00) Speaker:
Quietly after half an hour of walking, people arrive on the crash zone, a few meters from the impact. Christian Mollet, who has always lived in Duvernay, approaches its well known rivers, the ‘Rosay’. It is difficult for him to hold back his emotions.

(2:21) Christan Mollet:
It is moving huh … It’s moving.

(2:28) Speaker:
Yes, and you where surely among those who were afraid that their mountain had disappeared?

(2:30) Christian Mollet:
Yes of course, yes. Well sure, but the mountain remained there. That’s what I say, we need people to come and recollect. The mountain will not change place.

(2:43) Speaker:
How do you feel about coming here today?

(2:46) Christian Mollet:
Well, I am close to tears. Because one cannot imagine what happened in fractions of seconds… There is nothing to say about it. It’s like that. The grass will grow back, everything will regrow and in some time nothing will be left to see that … it happened. But OK.

(3:15) The mayor of Le Vernet, Monsieur Balique:
Last Wednesday a baby of a victim of the accident was born. So that is someone who will live perhaps 100 years. So that is going to bring us very far in the future, and towards these people, like it or not, well we have duties. Human homework, Not written duties, but human duties of brotherhood dignity at worldwide level. Let us recall that the victims were from the 5 continents in the world, 22 nations and we must have a worthy behavior towards them. And the simplest way to guide our attitude has always been that, ‚what would we have wanted others to do for us if one of our close relatives had been involved in an aircraft accident in the Andes, in Tibet or on ice or anywhere, or Greenland. What we would we have liked them to do for us ‚. This is exactly what has guided us since March 24th. That led our attitude.

(4:55) Speaker:
After a minute of silence in memory of the victims, residents return to their community with the firm certainty that their mountain has recovered its tranquility of the past, a mountain whose inhabitants have become by force of circumstance, sentinels of a tragedy.

(Übersetzung: © Pierre Sauvé)

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